Tanzt mit uns gegen Sexismus & Rassismus!

Am 1. Juli 2017 rufen wir dazu auf, mit der Global Space Odyssey (GSO) in Leipzig auf die Straße zu gehen, um tanzend für eine Clubkultur frei von Sexismus und Rassismus zu demonstrieren. Die GSO vereinigt auch in diesem Jahr viele Akteure der Leipziger Clubszene, die mit 10 Wagen unterschiedlichster Couleur die (musikalische) Vielfalt der lokalen Clubkultur repräsentieren.

ROUTE

Der Clubraum in all seinen Facetten ist ein Raum zum Entfalten und um sich in eine alternative Umgebung zu begeben. Er ist auch ein Raum, in dem Utopien für eine Nacht wahr werden können, in dem sich alle akzeptieren und respektieren, egal welcher Herkunft, welcher geschlechtlichen Identität, welcher sexuellen Orientierung, egal mit welchem Selbstverständnis sie ihren Lebensentwurf realisieren oder sie sich ihren Alltag gestalten. Möglich ist das nur, wenn alle nicht nur ihre individuelle Freiheit ausleben sondern Toleranz, Respekt und Rücksicht auf die Freiheit aller anderen ein festes Prinzip sind.

WAGENCREWS

Die GSO ist eine Demo für Toleranz und zwischenmenschlichen Frieden, für ein barrierefreies Miteinander und eine aufgeschlossene Willkommenskultur. Wir treten dafür ein, dass insbesondere im Clubraum ganz unterschiedliche Menschen entspannt miteinander feiern können, dass alle Beteiligten – egal ob als Gäste, DJ-Crew oder Club – aktiv gegen jede Form von Sexismus und Rassismus vorgehen und dass wir die Chancen nutzen, die Clubkultur stetig um neue Einflüsse und Stile zu erneuern. Lasst uns darum alle Menschen im Club willkommen heißen, die den Club als Freiraum zur eigenen Entfaltung schätzen und die Freiheiten aller anderen Partygäste achten, egal ob sie in Köthen oder Kunduz, Darmstadt oder Damaskus, Möckern oder Mogadischu aufgewachsen sind!

AFTERSHOWS

Tanzt mit uns durch die Straßen und abends durch die Clubs, um ein Zeichen gegen jede Form von Sexismus und Rassismus zu setzen! Seid achtsam und respektvoll im Umgang miteinander und sprecht Probleme direkt an.

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Wie wollen wir feiern gehen?

Der Clubraum ist ein leerer/freier Raum, der durch unsere Vorstellungen und Visionen und Taten mit Leben gefüllt wird. Einfach mal loslassen, vielleicht auch kontrolliert für ein paar Stunden über die Stränge schlagen, sich einfach vom Wummern der Bassboxen treiben lassen. Alltag aus, Feiermodus an. Lachen, tanzen, Bekannte treffen und neue Leute kennenlernen. Sorgen zu Hause lassen, das die ganze Woche allgegenwärtige Korsett der gesellschaftlichen Konventionen bewusst ablegen, von den Beats treiben lassen..

So oder ungefähr dürften die meisten Menschen empfinden, die in den Clubs zu House, Techno oder Breakbeats das Wochenende feiern. Als Herausforderung empfinden wir allenfalls die Fragen, in welchem Club heute die beste Party steigen wird und ob wir noch genug Taler dabei haben, um nach Löhnung des Eintritts noch paar Drinks an der Bar bezahlen zu können.

GSO 2017: Aufruf

Nicht ganz in unser Bild der Clubkultur passen dann die in den letzten Monaten immer wieder zu lesenden Berichte über sogenannte „Antänzer“, sexistische Übergriffe oder ein angebliches Clubverbot von Menschen, deren Herkunft in Nordafrika vermutet wird. War es nicht unsere Überzeugung, dass im Club zusammen feiert, wer die gleichen Rhythmen mag – Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Identität egal? Klar existierte diese Utopie in ihrer Reinform wohl höchstens kurzzeitig real – spätestens an der Bar grüßt die hässliche Fratze des Kapitalismus und auch beim Einlass bangten wir immer ein wenig, dass unsere nicht biodeutsch aussehenden Freund*innen auch wirklich reingelassen würden. Wenn das heiße Thema unserer Zeit das der Integration von neuen Mitmenschen ist, stellt sich schnell die Frage, was das eigentlich für unsere Clubkultur bedeutet.

GSO 2017: Demoroute

Im Jahr 2014 tanzten wir zur GSO unter dem Banner von „Refugees Welcome!“ durch Leipzig – ein Motto, welches sich auch in den darauffolgenden Jahren in verschiedener Form widerspiegelte. Gerade weil die Clubmusik von den Einflüssen aus aller Welt ihre Anziehungskraft generiert, fallen im Club die Barrieren schneller, die sonst durch Sprache und Alltag bestehen. Dass Leipzig in den vergangenen Jahren bunter geworden ist, lässt sich nicht bestreiten. Auch die Clubkultur hat an Vielfalt gewonnen – in Form neuer Clubs, mehr musikalischer Heterogenität, neuer Veranstalter-Crews und neuer Gäste.

GSO 2017: Aftershow

Damit Neue und Neues bereichern kann, ist es aber auch wichtig sich zu vergewissern, welche Errungenschaften uns wichtig zu erhalten sind und wo die Clubkultur vom “frischen Wind” profitieren kann. Da wir im GSO-Team die Antworten selbst nicht kennen, stellen wir im allgemeinen die Fragen:

1) Welche Freiheiten sind für Dich beim Feiern unabdingbar?
2) Wie weit gehen die Freiheiten im Club für Dich?
3) Was sollte im Club von allen respektiert werden? (alternativ: Was darf im Club keinesfalls passieren?)

Diese Fragen haben wir verschiedenen Initiativen geschickt, deren Antworten wir auf unserem alljährlichen Faltblatt zur Demonstration zeigen werden.

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GSO 2017 Mach mit! – Aufräumgruppe für die GSO-Demonstration

Wie in jedem Jahr suchen wir Unterstützung für die erfolgreiche Umsetzung der GSO 2017 am 1. Juli. Bei der quer durch die Stadt ziehenden Demonstration möchten wir bei den Menschen, an denen wir lautstark vorbeiziehen, ein möglichst positives Bild hinterlassen. Dazu gehört es insbesondere, die für die Auftakt-, Zwischen- und Abschlusskundgebung genutzten öffentlichen Flächen sauber zu verlassen (Connewitzer Kreuz, Augustusplatz, Bahnhof Plagwitz). Leider ist es bei den erwarten 2000-3000 Teilnehmenden trotz der Obacht vieler Gäste nicht zu vermeiden, dass Unrat liegen bleibt.

GSO 2017 MACH MIT!

Wir würden uns sehr freuen, wenn uns ein paar helfende Hände an den drei Stationen bei der Ordnung unterstützen würden. Hast du Lust dazu? Dann trage dich bitte bis zum 25. Juni hier ein. Zum Dank gibt es freien Eintritt für die Aftershow am Abend.

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GSO 2017 Mach Mit! – Awareness Team

Mach mit! Wir suchen Leute für Awareness Teams zur GSO 2017

Gemeinsam mit Clubs, Leuten aus Politik und Hochschule haben wir uns in diesem Frühjahr überlegt, wie die Clubkultur als Freiraum für die individuelle Entfaltung und ein kontrolliertes Loslassen vom Alltag so gestaltet werden kann, dass sich alle Party-Gäste wohlfühlen. Hintergrund waren Klagen über zunehmenden Sexismus im Club und berichteter Diskriminierung an der Tür.

GSO 2017 MACH MIT!

Neben Handzetteln und Plakaten, möchten wir in den drei Clubs ein Awareness Team einsetzen, in denen die Aftershow zur GSO 2017 am 1. Juli stattfindet (Distillery, Elipamanoke und 4rooms). Die Mitglieder sollen am Einlass und auf dem Dancefloor Präsenz zeigen und Ansprechpartner für mögliche Probleme sein. Somit entsteht ein sicheres und entspanntes Gefühl für alle Nachtschwärmer.

GSO 2017 AFTERSHOW

Hast Du Lust hier mitzumachen? Dann trage dich bitte bis zum 10. Juni hier ein. Wir planen eine Schichtlänge von drei Stunden und bieten für Dich eine gemeinsamen Vorbereitungsworkshop, freien Eintritt zur Party und Freigetränke an.

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Integration durch Kultur (und die entsprechenden Räumlichkeiten dafür)

Eine tolerante, weltoffene und gleichberechtigte Gesellschaft ist für die Global Space Odyssey (GSO) ein wichtiges Ziel. Leider gab es in den letzten Jahren vermehrt Prozesse, die diesen Zustand gefährden, so dass die GSO seit 2014 den Schwerpunkt bei ihren Demos hierauf legte. “Refugees Welcome” oder “Bleiberecht auf Stadt” sind aber bis heute leider keine Selbstverständlichkeiten. Für das GSO-Team ist daher klar, dass wir uns weiterhin für diese Ziele einsetzen möchten und uns hier engagieren werden.

Diverse Konflikte auf der Welt haben dazu geführt, dass viele Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur in unserer Stadt Schutz und Unterkunft suchen. Durch den Wohlstand, den wir in Leipzig leben, sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, für Menschen in Not genau das zu bieten. Die Realität sieht jedoch anders aus, so dass vermehrt und immer wieder dafür gekämpft werden muss. Dabei wird verständlicherweise oft außer acht gelassen, dass ein Zusammenwachsen von Kulturen kein Prozess ist, der sich von alleine regelt, sondern dass dieser von Menschen aktiv angegangen und umgesetzt werden muss.

Was viele Menschen am liebsten mit der vermeintlich einfachen vollständigen Abschottung und Isolation der westlichen Welt lösen würden (Festung Europa oder in den USA die Wahl von Präsident Trump), sehen wir als Aufgabe: die aktive Integration der Menschen, die neu in Leipzig sind und unser Kulturleben bereichern. Wir wissen, dass dies ein anspruchsvoller Prozess ist – weitaus schwieriger als die einfache Möglichkeit, sich mit Mauern abzuschotten. Und wir wissen auch, dass es dabei viele Probleme zu bearbeiten gilt – nicht erst seit den Veröffentlichungen des Conne Island angesichts einer Zunahme von sexuellen Belästigungen.

Seit mehr als 15 Jahren setzt sich die Global Space Odyssey mit Themen der Clubkultur auseinander. Mit der GSO 2017 wollen wir laut und sichtbar zeigen, welchen aktiven Beitrag insbesondere die Clubkultur für eine gelungene Integration leisten kann.

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