Fahrraddemo: Kulturnot – Wie kulturrelevant ist das System? 19.06.21

Zusammen mit dem Livekommbinat e.V. und vielen anderen starten wir kommenden Samstag den 19.06. zu einer Fahrraddemo auf – eine Mini-GSO auf Rädern!

Kulturnot – Wie kulturrelevant ist das System?
Bundesweiter Aktionstag
Fahrradkorso
Datum: Sa, der 19.06.2021
Start: 14:00 Uhr Markranstädter Str

Wir möchten mit euch für die Tanz- und Klubkultur gemeinsam mit vielen anderen Städten auf die Straße. Bunt, laut und auf Rädern wollen wir mit euch durch die Stadt fahren.
Die Route findet ihr hier: https://tinyurl.com/Kulturnot-Leipzig
Wir sind keine Corona-Leugner und haben auf diese Leute auch keinen Bock.
Deshalb bitten wir euch, die Route anzusehen und am Spot eurer Wahl dazu zu stoßen, um größere Ansammlungen am Startpunkt zu vermeiden.
In der gesamten Markranstädter Str. herrscht Maskenpflicht.
Es wird laut, wir werden viele, deshalb lasst eure Vierbeiner bitte zu Hause.
Sommer, Sonne, Sonnenschein:
Denkt daran genug Wasser mitzubringen und euren Kopf zu schützen.
Sollte es zu unangenehmen Situationen kommen, wendet euch vertrauensvoll an unsere durch Warnwesten markierten Order*innen.

Wagenorder:1. Auto: Livekommbinat Leipzig/elipamanoke (Techno)
2. Fahrrad: Mheesa (melodic funky techno)
3. Auto: Nebula (Techno)
4. Auto: GSO/2guys1dub (drum & base)
5. Auto: VAK (House)

Musikmachen kostet leider und wir sind pleite. Um die Demo Kosten für Leihgebühren und Co zu refinanzieren freuen wir uns über kleine Spenden, die von unseren Ordner*innen in Warnwesten gerne angenommen werden.

Aufruf

Wisst ihr noch was Tanzen ist?

Seit mehr als einem Jahr steht die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland mit knapp 1,5 Millionen Beschäftigten und seiner Wertschöpfungskette still. Keine Musik, kein Tanzen, keine Konzerte. Das öffentliche wie soziale Leben ist weitestgehend zum erliegen gekommen.

Hilfe für die Lufthansa, Mitleid für die Kunst???

Während dessen läuft die industrielle Produktion weiter. Konzerne erzielen Rekordgewinne, Steuern werden kaum gezahlt. Während Clubs, zusätzlich zu den staatlichen Hilfen, noch auf Spenden angewiesen waren um sich über Wasser halten zu können, werden riesige Dividenden an Aktionäre ausgezahlt, die aus eben diesen steuerlichen Mitteln refinanziert worden sind. Die Prioritäten sind klar verteilt.

Kulturnation statt Wirtschaftslokomotive!

Dabei wird komplett ignoriert, wie groß der Anteil der Veranstaltungswirtschaft am Arbeitsmarkt ist. Techniker*innen, DJ’s, Barpersonal, Schauspieler*innen, Musiker*innen, Tänzer*innen, Reinigungspersonal… diese Liste könnte man unendlich weiterführen. Die Veranstaltungswirtschaft ist der viertgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Anderthalb Jahre hat sie aus Solidarität still gehalten, ebenso wie ihre Mitarbeiter*innen, freiwilligen Helfer*innen, Nutznießer, Fans… Ganze Generationen haben sich freiwillig eingeschränkt, sich zurückgenommen, wurden zurückgestellt und vergessen.

First out, Last in!

Nach jeder illegalen Party gerät die Klubkultur unfreiwillig in Verruf, unverantwortlich mit der Pandemie umzugehen. Dabei haben die Clubs vor anderthalb Jahren eigenverantwortlich ihre Tore geschlossen. Vergessen wird dabei, dass illegale Zusammentreffen und ausufernde Exzesse nur symptomatisch für mangelnde Alternativen und Freizeitperspektiven einer pandemiemüden, vergessenen und stiefmütterlich behandelten Generation sind.

Jetzt braucht die Kultur unsere Anerkennung und unsere Solidarität!

Klubs, und Musikspielstätten sind nicht nur wirtschaftlich relevant, sie sind die Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Clubs sind Anlaufstelle für Menschen die neu nach Leipzig kommen und Anschluss suchen. Sie sind Katalysatoren für neue Trends, bieten sichere Schutzräume für Kreativität und Vielfalt, sind Zentren „subkultureller“ Aktion und Identität. Sie sind Bollwerke der Demokratie gegen Populismus und Hetze.
Sämtliche Lockerungen sind gänzlich, trotz niedriger Inzidenzzahlen, an der freien Veranstaltungsszene vorbeigegangen. Angekündigte Entscheidungen zu Öffnungsstrategien und Perspektiven wurden vertagt. Laut der Ministerpräsidenten ist es weder wichtig noch notwendig sich darüber Gedanken zu machen. Die kürzliche Anerkennung der Klubs als Kulturstätten durch den deutschen Bundestag scheint nichts mehr als Symbolpolitik zu sein. Dabei haben zahlreiche Studien aus Städten in ganz Europa gezeigt, wie Großveranstaltungen und ein sicheres Tanzen möglich sind. Entsprechende Hygienekonzepte und wissenschaftliche Innovationen liegen seit Monaten vor. Andere Länder planen bereits ganze Kultursommer.
Wir fordern die vorgelegten Konzepte der Klubs anzuerkennen, Planungsperspektiven und Sicherheiten für die Zukunft, statt die Abschaffung der Masken und Testpflicht im Einzelhandel zu diskutieren.
Wir fordern die Parks und Grünflächen der Stadt endlich für Veranstaltungen freizugeben. Freiflächenkonzepte, die sich in anderen Städten erfolgreich durchsetzen und behaupten konnten, werden in Leipzig nach wie vor Abgelehnt. Im Sommer bieten diese jedoch für alle Menschen und die Veranstaltungsbranche die einzige Möglichkeit Kultur zu erleben, Ausgleich zum Arbeitsalltag zu finden, und soziale Kontakte zu pflegen.
Wir laufen Gefahr zu viel von dem zu verlieren was uns als Gesellschaft ausmacht. Eine Demokratie ist ohne Solidarität und Rücksicht nicht vorstellbar! Wie kulturrelevant kann solch ein System noch sein?

In 15 Städten in ganz Deutschland sind am 19.06. deshalb Menschen auf der Straße.
Laut, tanzend, solidarisch.
Vernetzt, vereint, geschlossen.
Schließt euch an und unterstützt uns dabei!
Wir sind eure Klubs! Wir vermissen euch! Wir brauchen euch!
#KulturIstSystemrelevant#Kulturnot#ClubsAreCulture

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