Das Urheberrecht legt unter anderem fest, dass niemand einen Song aufführen, aufnehmen oder senden darf, ohne den oder die Urheber (Komponisten/Texter) zu fragen! Das klingt sicher für die meisten Musiker sehr logisch. Ebenso logisch ist es aber auch, dass rein praktisch gar nicht jeder Musiknutzer jeden Urheber fragen kann. Es kann nicht jeder Radiosender, jede Disko, jeder Solariumbetreiber bei jedem Komponisten anfragen, ob er die Musik spielen darf und eine entsprechende Vergütung verhandeln.
Darum gibt es die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA). Als staatlich anerkannte Treuhänderin verwaltet sie die Rechte von über 64.000 Mitgliedern, aufgrund von Wahrnehmungsverträgen mit ausländischen Verwertungsgesellschaften zusätzlich von etwa zwei Millionen Berechtigten im Ausland. Die GEMA sorgt dafür, „dass das geistige Eigentum von Musikschaffenden geschützt und sie für die Nutzung ihrer Werke angemessen entlohnt werden.“ Soweit so gut. Leider gibt es aber sowohl bei der Erhebung der Gebühren als auch bei der Verteilung der Einnahmen an die Urheber mehrere Haken. Zu den klaren Verlierern dabei zählt die elektronische Musikszene. Ausgerechnet dort will die GEMA aber ab 2013 die Lizenzgebühren kräftig erhöhen. Da gleichzeitig keine Jahresverträge mehr angeboten werden, rechnen einige Clubs mit einer existenzbedrohenden Mehrbelastung.
Problem 1 – Die Zuordnung der Einnahmen
Eigentlich klingt alles einfach: Wird ein Song genutzt (auf Platte gepresst, im Radio gespielt oder live aufgeführt), bekommt der Urheber eine Vergütung. Das klappt aber leider nicht an allen Stellen. Bei manchen Nutzungsarten kann man nicht genau feststellen, welche Musik denn genau gespielt wurde. Jedenfalls nicht mit vertretbarem Aufwand. Jeder Einzelhändler, jede Diskothek, jeder Betreiber einer Erotik-Videobox zahlt schließlich dafür, dass er Musik gewerblich nutzen darf. Verständlicherweise müssen die (im Gegensatz zu Radios oder Plattenfirmen) aber kein Buch darüber führen, welche Titel im Einzelnen gespielt wurden. Auf diese Art und Weise erzielt die GEMA Einnahmen, weiß aber nicht, wem sie tatsächlich zustehen. Diese Einnahmen werden analog zu den zuzuordnenden Einnahmen verteilt. Die Theorie: Wer viele Platten verkauft und viel Radio Airplay hat, wird auch viel in Handel und Diskotheken gespielt. Das mag oft stimmen, funktioniert aber in der elektronischen Musikszene nicht. Electro läuft selten im Radio und verkauft wenige Tonträger. Aber die vor allem an DJs, die diese Platten dann im Club auflegen. Von den Einnahmen aus Electro-Events kommt also bei den Urhebern nichts oder viel zu wenig an.
Problem 2 – Höhere Einnahmen, höhere GEMA-Gebühren
Schon immer – und ab 2013 noch krasser – zahlen Clubs die GEMA-Gebühr in Abhängigkeit von der theoretisch bespielbaren Fläche und dem Eintrittspreis. Mit Logik hat das leider wenig zu tun: Die selbe Party mit dem selben DJ kann schnell bis zu 5,00 EUR mehr Eintritt kosten, wenn entsprechend viel Geld in Licht und Ton investiert wird. Warum sollten die Urheber der gespielten Songs dadurch profitieren, dass ein Club viel Geld in Visuals investiert? Aufwendige Installationen sorgen außerdem dafür, dass nicht die gesamte Fläche bespielt werden kann. Gelackmeiert ist, wer versucht, für das Partyvolk etwas Atmosphäre zu schaffen. Noch schlimmer kommt’s, wenn von einem an sich großen Raum nur ein Teilbereich genutzt werden soll – wie bspw. öfters in der Halle D (Werk II) praktiziert. Hier wird künftig die volle Fläche berechnet, was die eine oder andere Party wirtschaftlich zu einem Ding der Unmöglichkeit machen dürfte.
Problem 3 – Bestraft wird, wer länger feiert
Bei elektronischer Musik wird gern lang gefeiert. Mit den neuen, ab 2013 geltenden Tarifen für Partys, werden fette Aufschläge fällig für Veranstaltungen, die länger als fünf Stunden dauern. Das macht keinen Sinn, da die Menschen nicht vordergründig wegen der aufgeführten Musik kommen, sondern wegen der Art und Weise, wie die Musik präsentiert wird.
Problem 4 – Die GEMA-Vermutung
Die Rechtsprechung geht davon aus, dass die GEMA als größte Verwertungsgesellschaft berechtigt ist, die Rechte aller Beteiligten wahrzunehmen. Für die elektronische Musikszene ist dies aber nicht haltbar. Zwei Stichproben von Sets von Loco Wize (Artension Team) und Chris Manura (Distillery Resident) zeigten jeweils eine GEMA-Anteil von deutlich unter 50 Prozent. Mit anderen Worten: Die GEMA fordert anteilig Lizenzen für Urheber ein, die sie gar nicht vertritt und an die sie keinen einzigen Cent auszahlt.
Update 4.7.2011
In wenigen Stunden ist es soweit 🙂 Wir freuen uns auf euch und stimmen euch schon einmal mit dem Video zu Chris Manura´s GSO-Tune ein wenig ein. Bis gleich!
Chris Manura – GSO from Stefan LEuschel on Vimeo.
Update 19.7.2011
Nur noch wenige Tage sind es bis zur GSO 2011 und wir haben ein paar Neuigkeiten für euch. Hier die kurze Zusammenfassung:
– Chris Manura hat aus den Eindrücken der letztjährigen GSO (aus einer Sendung bei Radio Blau) einen Track gebastelt. Hört ihn euch in unserer Download-Section am besten jetzt an 🙂
– Wir mussten im Werk 2 ein wenig umstrukturieren, die Timetable der einzelnen Floors kommen bis Donnerstag. Als Vj´s konnten wir aber noch Grobkorn, Syru und Punktzwo gewinnen, was uns mehr als freut 🙂
– Die GSO-Broschüren liegn seit einigen Tagen in allen Ständern von FLYERKOMET. Schaut also nach und sichert euch ein Exemplar. Vielen Dank an der Stelle nochmal für die kurzfristige Unterstützung!
– Bitte beachtet das Alkoholverbot während der Demo, eure Sicherheit liegt uns am Herzen!
Mehr Neuigkeiten gibts dann am Mittwoch von uns! Stay tuned (und immer fein aufessen die Tage, noch scheint das Wetter uns gut gesonnen zu sein).
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Vor ca. zwei Jahren ist die GSO mit einem Freiflächenkonzept an die Stadt Leipzig heran getreten, was leider zu keiner Lösung führte. Genauere Informationen dazu findet ihr im aktuellen Heft der Global Space Odyssey (u.a. hier in der Sektion Download auch frei verfügbar). Nun gab es bereits zu Beginn des Jahres 2011 jede Menge legale und illegale Partys in Leipzig, was nicht nur zu Konflikten mit der Stadt, sondern auch zu Diskussionen innerhalb der Szene führte.
Wir haben uns deshalb entschieden das Thema noch einmal ausführlich zu bearbeiten und wollen mit einem Kodex, den wir hier zum Download bereit stellen (https://www.gso-le.de/download), eine Grundlage zur Diskussion bieten.
Diskutiert werden darf gerne hier (www.facebook.com/gso.leipzig unter Notizen), wenn ihr eine Idee habt bzw. Kritik, dann äußert sie bitte sachlich und konstruktiv und bitte verhaltet euch respektvoll gegenüber allen Teilnehmern der Diskussion.
Der Kodex ist das Ergebnis eines ersten Brainstorms und kann mit eurer Hilfe ausgebaut und verbessert werden. Da der Inhalt für Veranstalter, als auch Besucher relevant ist, wäre es schön, wenn sich alle mit dieser Thematik auseinander setzen. Um gegenüber der Stadt argumentieren zu können, ist es wichtig mit einer möglichst einheitlichen Stimme zu sprechen.
Lasst uns eine Grundlage schaffen, von der am Ende alle etwas haben.
Vielen Dank
Euer GSO-Team
